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Soziallandesrätin Doris Kampus: „Der Kampf gegen Armut im Alter muss schon früh begonnen werden“

Steirische Fortsetzung der Aktion 20.000 als Prävention vor Armut im Alter. Qualifizierungsfonds und Stiftungen als spezielle Maßnahmen für bessere Frauenjobs.

Graz, 15. Oktober 2019

Soziallandesrätin Doris Kampus: „Armut hat viele Gesichter, sichtbare und verborgene. Der Kampf gegen Armut muss auf vielen Ebenen geführt werden.“ © Land Steiermark
Soziallandesrätin Doris Kampus: „Armut hat viele Gesichter, sichtbare und verborgene. Der Kampf gegen Armut muss auf vielen Ebenen geführt werden.“
© Land Steiermark
Soziallandesrätin Doris Kampus: „Armut hat viele Gesichter, sichtbare und verborgene. Der Kampf gegen Armut muss auf vielen Ebenen geführt werden.“ © Land Steiermark
Soziallandesrätin Doris Kampus: „Armut hat viele Gesichter, sichtbare und verborgene. Der Kampf gegen Armut muss auf vielen Ebenen geführt werden.“
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„Armut tut immer weh, aber in besonderer Weise schmerzt Armut, wenn sie Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter trifft. Ihnen konkret zu helfen ist eine Aufgabe. Eine ebenso wichtige Aufgabe ist es, rechtzeitig vorzubeugen", betonte Soziallandesrätin Doris Kampus bei der Diskussion des Maßnahmenberichtes gegen Altersarmut am Dienstag im Landtag. Ein Unterausschuss hatte sich seit 2016 mit der Thematik beschäftigt. Der Endbericht listete eine breite Palette an Maßnahmen auf, die im Kampf gegen Altersarmut gesetzt worden sind beziehungsweise aktuell gesetzt werden - wie beispielweise das Arbeitsmarktprogramm „Impulse 50 plus".

Arbeit sei der große Schlüssel im Kampf gegen Armut, bekräftigte Soziallandesrätin Doris Kampus im Rahmen ihrer Wortmeldung im Landtag. Mit Blick auf die jüngsten Wirtschaftsprognosen und kurz vor dem Internationalen Tag für Gerechtigkeit am Donnerstag hob die Landesrätin hervor, dass eine aktive Arbeitsmarktpolitik ein Gebot der Stunde ist: „Wir alle wissen, dass wir auch in den nächsten Monaten mit einer eher flauen Wirtschaftsentwicklung rechnen müssen. Ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen zeigt: Gerade in der Altersgruppe 50 plus wächst die Zahl der Menschen ohne Job. Einer von drei Arbeitslosen in der Steiermark ist über 50. Wenn wir hier nichts tun, ist das der erste Schritt zu Armut."

Das Maßnahmenbündel Arbeit

Die Landesrätin erläuterte das Programm „Impulse 50 plus", mit dem die Aktion 20.000 in der Steiermark fortgeführt wird. Das Sozialressort und das AMS fördern neue Anstellungen mit 66 bis 100 Prozent der Lohnkosten für Personen, die länger als drei Monate arbeitslos waren und an der bisherigen Aktion 20.000 teilgenommen haben, für Personen über 50, die länger als zwölf Monate arbeitslos sind sowie für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Kampus: „Wir wenden dafür 6,7 Millionen Euro gemeinsam auf. Bis zu 300 Personen können damit gefördert werden."

Parallel dazu werden Stiftungen ausgebaut. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Stiftungen werden an ihrem Arbeitsplatz qualifiziert. 7.500 Frauen und Männer haben das seit 2015 gemacht, zum Beispiel in der Pflegestiftung. Diese Erfolgsmodelle werden fortgeführt. Ein eigener Qualifizierungsfonds wird eingerichtet, aus dem Frauen individuell bis zu 3.000 Euro für Fortbildung beziehen können.

Weitere Schwerpunkte gegen Altersarmut bilden massive Bemühungen um einen inklusiven Arbeitsmarkt in der Steiermark, so dass Menschen mit Behinderung in realen Unternehmen einen Arbeitsplatz finden, womit man in der Steiermark dem Ziel - Lohn statt Taschengeld - wieder einen Schritt näher kommt. Helfen werden dabei auch die Regionalen Beratungszentren, die landesweit errichtet werden.

Auch Schulden machen arm. „Wir haben die Schuldnerberatung gestärkt, auch weil es immer mehr Nachfrage nach Schuldenregulierung gibt. Seit 2017 wurden die rechtlichen Möglichkeiten erweitert. Für viele ist nunmehr ein sozialer Neustart möglich. Zusätzliche Fördermittel gibt es auch, weil wir wissen, dass Frauen besonders gefährdet sind, in die Schuldenfalle zu geraten", unterstrich die Soziallandesrätin, die einmal mehr das Prinzip ihrer Sozialpolitik bekräftigte: „Jeder hat eine zweite Chance verdient. Genau da setzt auch die neue Form der Sozialberatung an. Auch sie ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Armut im Alter. Wenn Menschen zum Beispiel Mindestsicherung beziehen, haben sie zwar eine Basisversorgung, genauso wichtig ist es aber, ihre Lebenssituationen zu stabilisieren."

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