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Erster Inklusionspreis des Landes geht an Magna-Steyr

Soziallandesrätin Doris Kampus zeichnet steirischen Automotive-Leitbetrieb für besonderes Engagement für Menschen mit Behinderung aus

Graz, 13. Februar 2019

Der erste steirische Inklusionspreis wurde von Soziallandesrätin Doris Kampus an Magna Steyr verliehen: Kurt Bachmaier (Vice President), Hansjörg Tutner (Global Director Human Resources), Thomas Bosela (gehörloser Mitarbeiter, Produktion Mercedes G), Doris Kampus, Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk 
Der erste steirische Inklusionspreis wurde von Soziallandesrätin Doris Kampus an Magna Steyr verliehen: Kurt Bachmaier (Vice President), Hansjörg Tutner (Global Director Human Resources), Thomas Bosela (gehörloser Mitarbeiter, Produktion Mercedes G), Doris Kampus, Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk
Vorbildliche Inklusion in der Arbeitswelt: WK-Präsident Josef Herk, Hansjörg Tutner von Magna-Steyr, Soziallandesrätin Doris Kampus 
Vorbildliche Inklusion in der Arbeitswelt: WK-Präsident Josef Herk, Hansjörg Tutner von Magna-Steyr, Soziallandesrätin Doris Kampus

„Menschen mit Behinderung wollen und können arbeiten. Magna-Steyr zeigt das auf vorbildliche Art und Weise vor": So begründete Soziallandesrätin Doris Kampus die Verleihung des ersten steirischen Inklusionspreises an den steirischen Leitbetrieb in der Automotive-Branche am Mittwoch in Graz. Schon seit 1972 beschäftigt das Unternehmen Menschen mit Behinderung, aktuell sind es 345. „Besonders ragt hervor, dass Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung bei Magna-Steyr in gemischten Teams arbeiten", unterstrich die Soziallandesrätin. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Josef Herk überreichte Kampus die Inklusionspreis-Trophäe - geschaffen vom Grazer Keramikkünstler Sebastian Schweiger, der selbst eine Behinderung hat - an die Magna Steyr-Spitzenrepräsentanten Kurt Bachmaier und Hansjörg Tutner.

„Wir zeichnen vorbildliche Unternehmen aus und wollen auf diese Weise andere Betriebe zur Nachahmung ermuntern", erläuterte Soziallandesrätin Doris Kampus die Intention des Inklusionspreises. „Nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren nämlich von einem Arbeitsplatz in realen Arbeitswelt. Viele Studien zeigen, dass auch die Unternehmen an sozialem Kapital zulegen." Kampus nannte es ihr Ziel, möglichst vielen Menschen mit Behinderung einen Zugang zu einem Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Der Inklusionspreis ist hierzu ein Kernelement eines Sechs-Punkte-Programms für einen inklusiven Arbeitsmarkt, das seit März 2018 gemeinsam mit der Wirtschaftskammer umgesetzt wird. Magna-Steyr überzeugte den Beirat aus Selbstvertretern nicht nur durch die Anzahl an Menschen mit Behinderung, sondern auch durch ein Bündel an Maßnahmen: ein spezielles Behaltemanagement-Team für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung, behindertengerechter Adaptierung von Arbeitsplätzen, präventive Arbeitsplatzevaluierungen für Menschen mit Behinderung vor dem Start neuer Projekte und zusätzliche Sozialleistungen sowie ein spezielles Gehörlosenbeschäftigungsprojekt.

350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung

Magna Steyr beschäftigt in Graz aktuell rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung nach dem Behinderteneinstellungsgesetz und bietet ihnen für die Inklusion im Unternehmen spezielle Programme und Maßnahmen. Im Rahmen der Recruiting-Initiative +3000, die 2018 erfolgreich abgeschlossen wurde, hat das Unternehmen eine eigene Qualifizierungsgruppe speziell für Gehörlose ins Leben gerufen, in der 15 neue Mitarbeiter für einen Job in der Produktion ausgebildet wurden. Dafür mussten für die gesamte Stiftungsdauer eigens Gebärdensprachdolmetscher engagiert werden, die zum Teil neue Zeichen für Fachtermini in der Gebärdensprache kreieren mussten.

„Soziales Engagement gegenüber der Gesellschaft ist uns bei Magna ein großes Anliegen und ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Wir unterstützen daher unterschiedliche soziale Projekte und arbeiten mit diversen gemeinnützigen Organisationen und Bildungseinrichtungen zusammen. Als Arbeitgeber ist es uns wichtig, insbesondere auch regional einen wertvollen Beitrag zu leisten. Mit unseren Aktivitäten im Bereich „inklusive Arbeitswelt" möchten wir jene Menschen unterstützen, die es aufgrund einer Behinderung am Arbeitsmarkt besonders schwer haben", unterstrich Kurt Bachmaier, Vice President Sales & Marketing Magna Steyr.

Thomas Bosela, gehörloser Mitarbeiter, schilderte seine Begeisterung für Automobile seit Kinderzeiten und wie er zu Magna-Steyr gekommen ist. „Heute arbeite ich in der Vorfertigung des Mercedes G", erzählte der Bosela. „Mein Beruf macht mir große Freude und bin ich wirklich sehr froh, dass ich hier arbeiten kann."

Keramikkünstler gestaltete den Preis

„Magna-Steyr ist ein beeindruckendes Beispiel", hob auch Josef Herk, der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, hervor. Die Wirtschaftskammer ist Partner des Landes bei der Umsetzung des Maßnahmenbündels für mehr Beschäftigung. Josef Herk: „Die Integration von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen. Ein Anliegen, bei dem die Wirtschaft und wir als Interessenvertretung mit Sicherheit gefordert sind. Umso mehr freut es mich, dass wir mit Magna heute ein verdientes und auch vorbildliches Unternehmen in diesem Bereich auszeichnen dürfen."

Den Preis selbst hat der Grazer Keramikkünstler Sebastian Schweiger gestaltet. Er hat die Meisterschule für Kunst und Gestaltung (Keramische Formgebung sowie Bildhauerei) absolviert und 2015 auch eine Lehre zum Buchmacher abgeschlossen. Auf einen Holzsockel montiert und endgefertigt wurde das Preisobjekt von Menschen mit Behinderung im landeseigenen Ausbildungszentrum in Graz-Andritz.

Zitat Landesrätin Doris Kampus:

„Die Steiermark ist seit Jahren Vorreiterin in der Behindertenhilfe. Mehr Menschen mit Behinderung den Weg in die wirkliche Arbeitswelt zu ebnen, ist eine der aktuellen Herausforderung. Wir können es vermutlich gar nicht ermessen, wie viel es für einen Menschen mit Behinderung bedeutet, einen wirklichen Arbeitsplatz zu haben. Wenn sie oder er zeigen kann, was sie oder er kann. Das ist ein Gewinn an Selbstbewusstsein für jeden Menschen, aber noch einmal wichtiger für Menschen mit Behinderung. Daher danke ich Magna-Steyr für das vorbildliche Engagement, das in jeder Hinsicht preiswürdig ist."

Zitat Kurt Bachmaier, Vice President Sales & Marketing:

„Soziales Engagement gegenüber der Gesellschaft ist uns bei Magna ein großes Anliegen und ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Wir unterstützen daher unterschiedliche soziale Projekte und arbeiten mit diversen gemeinnützigen Organisationen und Bildungseinrichtungen zusammen. Als Arbeitgeber ist es uns wichtig, insbesondere auch regional einen Beitrag zu leisten. Mit unseren Aktivitäten im Bereich „inklusive Arbeitswelt" möchten wir jene Menschen unterstützen, die es aufgrund einer Behinderung am Arbeitsmarkt besonders schwer haben."

Zitat Jörg Tutner, Global Director Human Resources:

„Wir beschäftigen aktuell rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung nach dem Behinderteneinstellungsgesetz, denen wir für die Inklusion im Unternehmen spezielle Programme und Maßnahmen bieten. Im Rahmen unserer Recruiting-Initiative +3000 im vergangenen Jahr haben wir eine eigene Qualifizierungsgruppe speziell für Gehörlose ins Leben gerufen, in der 15 neue Mitarbeiter für einen Job bei uns in der Produktion ausgebildet wurden. Dafür mussten für die gesamte Stiftungsdauer eigens Gebärdensprachdolmetscher engagiert werden, die zum Teil neue Zeichen in der Gebärdensprache kreieren mussten, weil es für viele Fachausdrücke noch keine gab. Nun arbeiten diese Menschen in den unterschiedlichsten Teams und sind dort zu 100 % integriert."

Zitat Präsident Ing. Josef Herk:

„Die Integration von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen. Ein Anliegen, bei dem die Wirtschaft und wir als Interessenvertretung mit Sicherheit gefordert sind. Umso mehr freut es mich, dass wir mit Magna heute ein verdientes und auch vorbildliches Unternehmen in diesem Bereich auszeichnen dürfen."

Informationen zum Künstler

Sebastian Schweiger, Jahrgang 1988, Grazer
Seit 2002 keramische Arbeiten, zunächst in freier Gestaltung, dann Spiral- und seit längerem auch Plattentechnik. Trotz des Gebrauchscharakters der keramischen Formen (Vasen,
Aschenbecher, Schalen, Dosen) steht die freie malerische Gestaltung im Vordergrund.
2006-2008 Meisterschule für Kunst & Gestaltung - Keramische Formgebung (Ortweinschule Graz) 2008-2010 Meisterschule für Kunst & Gestaltung - Bildhauerei (Ortweinschule Graz) 2013-2015 Ausbildung zum Buchbinder.

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