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Borckenstein-Krise: Land stockt Insolvenz-Stiftung auf

Traditionsbetrieb in Not: 160 Arbeitsplätze in der Oststeiermark in Gefahr

Graz, 10. Jänner 2019

Nach der Hiobsbotschaft, dass das Neudauer Traditionsunternehmen Borckenstein abermals in den Konkurs geschlittert ist, geben nun Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer und Soziallandesrätin Doris Kampus den betroffenen 160 Beschäftigten, die ihre Arbeitsplätze zu verlieren drohen, Hoffnung. Sie kündigen die Ausweitung einer bestehenden Insolvenz-Stiftung für den Fall an, dass Gespräche über die Fortführung des Unternehmens keinen Erfolg bringen sollten. „Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice werden wir alles Menschenmögliche unternehmen. Wir lassen niemanden im Stich", betonen Schickhofer und Kampus in einer ersten Stellungnahme.

 Mit dem Textilunternehmen Borckenstein könnte der frühere Bezirk Hartberg mit einem Schlag einen seiner größten Industrie-Betriebe verlieren. Der drohende Verlust von 160 Arbeitsplätzen stellt auch für die Gemeinde Neudau laut Bürgermeister Wolfgang Dolesch eine Katastrophe dar. „Diese Pleite ist für die Betroffenen, die alle aus der Region stammen, sowie für ihre Familien eine ganz furchtbare Situation. Daher wird das Land alles unternehmen, um diesen Menschen wieder Zukunftsperspektiven zu bieten", erklären Schickhofer und Kampus.

Die Größenordnung einer erweiterten Stiftung - sie wurde im Jahr 2016 anlässlich einer ersten Borckenstein-Krise eingerichtet - ist Gegenstand von Verhandlungen. Das Land wird mit dem AMS über die weitere Vorgangsweise beraten. Grundsätzlich zielen die Unterstützungsmaßnahmen einer Stiftung darauf ab, für die Betroffenen eine möglichst rasche Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen. Nach einer Berufsorientierungsphase wird ein Maßnahmenplan erstellt. Dieser Plan besteht aus abgestimmten, arbeitsmarktpolitisch relevanten beruflichen Ausbildungswegen und Qualifizierungsmöglichkeiten, die im Rahmen der weiteren Stiftungsteilnahme umgesetzt werden.

Das Unternehmen Borckenstein war bereits 2016 in einer schwierigen Lage. Damals legte der Eigentümer einen Sanierungsplan vor. Im Juni 2016 einigten sich das Unternehmen und seine Gläubiger auf einen Sanierungsplan, der damals allerdings die Reduktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 286 auf 152 vorsah. Die Produktion wurde auf Spezialprodukte im Bereich Garn und Zwirn fokussiert.

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