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Kampus: Neues Zeitalter in der Behindertenhilfe

Partnerschaft Inklusion stellt neu Leben, neu Arbeiten, neu Wohnen vor

Graz, 19. November 2018

Die Steiermark bleibt ihrem Ruf als Vorreiterin in der Behindertenhilfe auch in Zukunft treu. Das wurde bei der Präsentation des Konzepts „Auf in ein neues Leben" durch Soziallandesrätin Doris Kampus und die Vertreter der Partnerschaft Inklusion am Montag klar. In drei Bereichen - Leben, Arbeiten und Wohnen - werden substanzielle Veränderungsprozesse eingeleitet, die die Steiermark noch inklusiver machen werden. „Trotz aller Bemühungen haben wir bisher das Hauptaugenmerk auf die Behinderung gelenkt, in Zukunft schauen wir auf die Menschen, ihr gesamtes Umfeld, die Familie und Freunde", verdeutlichte Doris Kampus den neuen Ansatz. Vorgestellt wurden die Details von Vertretern der Partnerschaft Inklusion - Robert Konegger und Rudolf Zangl, Bürgermeister Wolfgang Dolesch und Heinz Sailer vom Monitoringausschuss.

Seit Herbst 2017 arbeitete die Partnerschaft Inklusion - von Kampus ins Leben gerufen - an der Weiterentwicklung der Behindertenhilfe. „Nun liegen neue Ergebnisse der Partnerschaft vor. Das ist ein guter Tag für die Menschen mit Behinderung", so Kampus. Basierend auf internationalen Vergleichen sei somit ein steirischer Weg gefunden, der dem Motto folgt: „Die Menschen mit Behinderung sind selbst die Experten, die am besten wissen, was sie brauchen. Geben wir ihnen auch die Möglichkeit dazu." In einer ersten Ausbaustufe werden dafür zusätzlich vier Millionen Euro in die Hand genommen, angestrebt wird 2019 die Teilnahme von 100 Menschen mit Behinderung in den neuen Formaten Leben, Wohnen und Arbeiten.

  • Die Möglichkeiten für Geldleistungen in der Behindertenhilfe werden deutlich ausgebaut. Menschen mit Behinderung können viel freier als bisher darüber entscheiden, welche Leistung sie von wem in Anspruch nehmen wollen. Sofern notwendig, gibt es für Auswahl und Entscheidung darüber Berater, was den Kreis potenzieller Bezieher auch auf Menschen mit Lernschwierigkeiten oder intellektuellen Einschränkungen erweitert. Weiterhin besteht Wahlfreiheit zwischen Systemen (Geld/Sachleistung), ein Wechsel ist jederzeit möglich. Das Umfeld des Menschen mit Behinderung (Familie, Freunde) wird im Sinne eines Lebensraumkonzeptes stärker eingebunden. Damit werden mehr Wahlfreiheit und Selbstbestimmung im Leben eines Menschen mit Behinderung garantiert.
  • Wohnen für Menschen mit Behinderung wird völlig neu  gestaltet. Inklusion ist dabei das Prinzip. Das kann bedeuten: Wohnprojekte, wo Menschen mit und ohne Behinderung in einem Gebäude zu Hause sind - oder Wohnprojekte, die im Zentrum von Gemeinden entstehen. Somit soll sukzessive der Vergangenheit angehören, dass Menschen mit Behinderung in eigenen Einrichtungen untergebracht sind. Erste Vorhaben, die Modellcharakter haben, entstehen in den Gemeinden Neudau, Birkfeld und Mureck.
  • Neue Modelle für einen inklusiven Arbeitsmarkt wiederum haben das Ziel, Menschen mit Behinderung den Zugang zur realen Arbeitswelt zu ermöglichen. Lohn statt Taschengeld ist das Motto. Um ihnen den Ein- und Umstieg möglichst einfach zu gestalten und auch den Unternehmen dabei zu helfen, werden neue Praktikumsformate angeboten: Menschen mit Behinderung haben Zeit, sich an den neuen Beruf zu gewöhnen, ohne dass sie - wie bisher - möglicherweise auf die Leistungen der Behindertenhilfe verzichten müssen. Die Projekte „Step by step" und „inArbeit" sind bereits angelaufen, auch für Menschen mit psychischer Behinderung gibt es neue Angebote.

„Wir wollen und werden lernen und diese Erfahrungen und Erkenntnisse in der Partnerschaft Inklusion beraten und bewerten", betonte Kampus, die sich sehr herzlich bei allen Beteiligten bedankte und weiterhin auf den partizipativen Weg setzt: „Ich glaube, das macht den Unterschied aus. Im  Sozialbereich reden wir im Land mit den Menschen und nicht über sie. Das ist unser Markenzeichen."

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