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Kampus: „Wir starten Offensive für steirische Pflegeeltern“

Kein Kinderbetreuungsgeld für Krisenpflegeeltern: Bundesregierung ist bei der Problemlösung weiterhin säumig

Graz, 28. September 2018

Zwei Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes haben dazu geführt, dass Krisenpflegeeltern das Kinderbetreuungsgeld gestrichen wurde. Die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus - für Kinder und Jugendhilfe verantwortlich - will nicht länger warten, bis die Bundesregierung diese Gesetzeslücke repariert. „Zum einen unterstütze ich die gesetzliche Initiative der SPÖ im Nationalrat, diesen Vorgang zu beschleunigen. Zum anderen starten wir in der Steiermark eine eigene Offensive für Pflegeeltern", erläutert Kampus. „Die finanziellen Leistungen des Landes werden valorisiert. Wir nehmen dafür 500.000 Euro in die Hand."

Pflegeeltern und Krisenpflegeeltern übernehmen eine enorm wichtige und herausfordernde Aufgabe, wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien bleiben können, so Kampus. Kriseneltern hat das Familienministerium nach zwei Urteilen des Obersten Gerichtshofes per Erlass allerdings das Kinderbetreuungsgeld gestrichen. Mit einer Alternativlösung ist der Bund weiterhin säumig, weshalb die SPÖ im Nationalrat einen eigenen Vorschlag zur Gesetzesreparatur eingebracht hat.

„Ich unterstütze diesen parlamentarischen Vorstoß", betont Soziallandesrätin Doris Kampus, die in ihrem eigenen Verantwortungsbereich Pflegeeltern und Krisenpflegeeltern mit einer umfassenden Offensive unterstützt. So werden am 1. Dezember 2018 das Pflegekindergeld und die Erstausstattungspauschale wertangepasst und neue Leistungen in der familienpädagogischen Langzeitpflege eingeführt. „Mein politisches Ziel ist es, den Anteil der Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien auszubauen. Dazu brauchen wir mehr sozial engagierte Familien, die sich dieser Aufgabe widmen." Diesem Ziel sollen eine Info-Kampagne, verstärkte Zusammenarbeit mit Justiz und Sozialarbeitern sowie eine finanzielle Absicherung für Haushaltsschäden beitragen.

Bereits im Vorjahr hat das Sozialressort des Landes eine Aus- und Weiterbildungsoffensive für Pflegeeltern gestartet und die Besuchsbegleitung - beim Kontakt der Pflegekindern mit ihren Herkunftsfamilien - eingeführt. Soziallandesrätin Doris Kampus betont, „dass Kinder und Jugendliche immer unsere besondere Aufmerksamkeit und Schutz, Kinder und Jugendliche in Krisensituationen uns umso mehr brauchen. Wir in der Steiermark setzen auf einen neuen Weg in der Kinder- und Jugendhilfe. Wir haben das schon bei flexiblen Hilfen getan und setzen es nun bei den Pflegefamilien fort. Das hat österreichweit Vorbildcharakter, wie wir die Kinder- und Jugendhilfe auf neue Beine stellen." Als Beratungsgremium hat die Soziallandesrätin einen Arbeitskreis aus Vertreterinnen und Vertretern von Pflegeeltern gemeinsam mit dem Pflegeelternverein a:pfl eingerichtet.

 

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