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Behindertenhilfe: Steiermark geht weiter neue Wege

Graz, 04. Juni 2018

Soziallandesrätin Mag.a Doris Kampus 
Soziallandesrätin Mag.a Doris Kampus
Soziallandesrätin Mag.a Doris Kampus 
Soziallandesrätin Mag.a Doris Kampus

Die Steiermark wird zur Weiterentwicklung der Behindertenhilfe noch stärker die Betroffenen an Bord holen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch den Katalog an Arbeitsschwerpunkten, die die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus am Montag präsentiert. Das Prinzip Partizipation gilt sowohl beim dritten Teil des Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention als auch für neue Ausbildungsformate im IT-Bereich und bei innovativen Wohnprojekten für Menschen mit Behinderung. „Wir setzen auf diese Dynamik und den Ideenreichtum, die durch die noch stärkere Einbindung von Betroffenen sowie Expertinnen und Experten nachweislich entstehen", erläutert Soziallandesrätin Doris Kampus. Konkret geht es in den nächsten Jahren unter anderem um die Themenfelder Schule, Arbeit, Beschäftigung und den Ausbau von Betreuungsplätzen. Kampus: „In allen diesen Bereichen entwickeln wir unsere Systeme gemeinsam weiter. Wir streben noch mehr Teilhabe Betroffener an."   

Waren die ersten beiden Phasen des Aktionsplanes in den Jahren 2012 bis 2017 von einem Bündel an Einzelmaßnahmen (in Summe 147, davon wurden in diesen beiden Phasen an die 90 Prozent zur Gänze oder teilweise umgesetzt) sowie Initiativen zur Bewusstseinsbildung geprägt, ändert sich mit dem dritten Teil nun die Herangehensweise: „Besonders wichtig ist mir die Partizipation von Menschen mit Behinderung sowie Expertinnen und Experten. Ziele sind ein möglichst selbstbestimmtes Leben von und für Menschen mit Behinderung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben insgesamt", unterstreicht Soziallandesrätin Doris Kampus die Leitlinie des Aktionsplanes, mit dem die Steiermark ihre Vorreiterrolle in der Behindertenhilfe weiter festigen wird.

  • Das bedeutendste Forum zur Umsetzung ist die von Kampus ins Leben gerufene Partnerschaft Inklusion, in der Betroffene und ihre Vertreterinnen und Vertreter, unabhängige Fachleute, die Trägerorganisationen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus diesem Bereich, Politik und Verwaltung zusammenkommen und -arbeiten. Das Leistungsangebot der steirischen Behindertenhilfe soll weiter flexibilisiert werden. Dabei geht es beispielsweise um das so genannte persönliche Budget, das Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt, die notwendige Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben in Eigenregie zu bestreiten - diese wichtige Leistung soll weiter optimiert werden.
  • Bis 2020 wird weiters das Betreuungsangebot in der Steiermark schrittweise ausgebaut. 170 neue Plätze für Menschen mit Behinderung entstehen, und zwar  regional verteilt in der Steiermark. Hier gilt bei neuen Projekten der verpflichtende Grundsatz der Inklusion.
    Konkret wird dieser neue Zugang zum Beispiel bei einem Projekt der Lebenshilfe in Neudau und bei einem weiteren Projekt der Sozialbetriebsgesellschaft Birkfelder Raum bereits umgesetzt: Dort werden neue Modelle der inklusiven Wohnversorgung angeboten. „Wir holen damit Menschen mit Behinderung noch näher in die Mitte der Gesellschaft", betont Kampus. Sie unterstützt auch alle Bemühungen, wohnortnahe Arbeitsplätze für diese Menschen zur Verfügung zu stellen. Kampus unterstreicht den Systemwandel: „Möglichst selbstständig wohnen, mittendrinnen leben und arbeiten, so sehe ich die Ziele moderner Behindertenhilfe."
  • Einen weiteren Schwerpunkt der Behindertenpolitik bildet der Schulbereich - dazu läuft ein digitales Pilotprojekt in der vorbildlich inklusiven Grazer Volksschule Viktor Kaplan sehr erfolgreich: Dort unterstützen IT-Expertinnen und -Experten mit Behinderung Kinder mit und ohne Behinderung im schulischen Umgang mit Tablets. „Das ist für mich gelebte Inklusion", betont Soziallandesrätin Kampus. Erfolgreich wird in dieser Volksschule auch ein neues Modell der Schulassistenz entwickelt. Hier wird, ausgehend vom individuellen Bedarf des Kindes, eine Gruppenbetreuung angeboten. Erstes Ergebnis: Diese Maßnahme fördert das inklusive Leben in der Klasse deutlich und nachhaltig.
  • Ein inklusiver Arbeitsmarkt in der Steiermark ist eines der zentralen politischen Ziele in der Behindertenhilfe. „Gerade die Digitalisierung müssen wir hier nützen", erläutert Soziallandesrätin Kampus. Digitalisierung und der Wandel der Arbeitswelt schaffen neue Perspektiven für Menschen mit Behinderung. Kampus verweist auf innovative Projekte wie zum Beispiel „Step by step II", mit dem Menschen mit Behinderung einfacher in der Arbeitswelt Fuß fassen können. Die Soziallandesrätin betont, dass es ihr Ziel sei, vom so genannten „Taschengeld" zu einer soliden sozialen Absicherung zu kommen.


„Alle diese Maßnahmen dienen dazu, dass Menschen mit Behinderung so leben, wohnen und arbeiten können wie Menschen ohne Behinderung", betont Soziallandesrätin Doris Kampus die fortlaufende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Steiermark und der anderen Projekte als ihr großes Ziel. Gleichstellung und Inklusion seien weiterhin ganz oben auf ihrer politischen Agenda gereiht, so Kampus abschließend.

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