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"Aus" für "Aktion 20.000": Schlag ins Gesicht

Landeshauptmann-Vize Schickhofer und Soziallandesrätin Kampus orten üblen Verrat an älteren Menschen

Graz, 02. Jänner 2018

Heftige Kritik üben der steirische Landeshauptmann-Vize Michael Schickhofer und die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus an der neuen Bundesregierung, die per Umlaufbeschluss die "Aktion 20.000", eine Beschäftigungsinitiative für ältere Langzeitarbeitslose, mit Jahresbeginn einfach abgedreht hat. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für all jene älteren Menschen, die sich dadurch Hoffnungen gemacht haben, wieder einen Platz im Arbeitsleben zu finden. Sie alle werden jetzt von der neuen Regierung einfach im Stich gelassen", sind Schickhofer und Kampus entsetzt. Besonders verwerflich sei es, dass man dieser Gruppe nicht einmal Alternativen anbietet, um wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

„Das ‚Aus‘ für die Aktion 20.000 ist ein Schlag ins Gesicht für alle arbeitssuchenden Österreicherinnen und Österreicher. Besonders in den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg haben mehr als 200 Steirerinnen und Steirer wieder einen Job gefunden. Für die Weststeiermark leider ein harter Schlag. Dass steirische ÖVP- und FPÖ-Ministerinnen und Minister die so wertvollen Beschäftigungsmaßnahmen nun im eigenen Land zu Fall bringen, ist eigentlich unfassbar. Von den steirischen Ministern habe ich mir das Gegenteil erwartet", ist Schickhofer entsetzt. „Arbeitnehmer über 50, die Jahrzehnte lang gearbeitet haben und nun keinen Job mehr finden, einfach so im Regen stehen zu lassen, ist nicht tragbar. Diese Menschen finden auch bei besserer Konjunktur keinen Job mehr, das weiß jeder. Die Politik für die Reichen und Schönen beginnt sich durchzusetzen." Während von der ÖVP nichts anderes zu erwarten war, ist die FPÖ im Liegen umgefallen: „Einmal in der Regierung und von Sozial und Heimatpartei keine Spur mehr. Unsere weststeirische Heimat hätte mehr Beschäftigung für die älteren Steirerinnen und Steirer dringend gebraucht. Ich erwarte mir sowohl von ÖVP als auch FPÖ, dass das Land in den Vordergrund gestellt wird und nicht parteipolitische Überlegungen aus den Wiener Parteizentralen. Für das Land hätten wir die Aktion 20.000 dringend gebraucht", stellt Schickhofer fest.

Erst im Juli wurde die "Aktion 20.000" gestartet, vorerst in sogenannten Modellregionen. "In den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg ist das Projekt hervorragend angelaufen. Über 200 ältere Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos waren, konnten dadurch wieder ein Job erhalten", betont auch Soziallandesrätin Doris Kampus. Insgesamt hätten dadurch allein in der Steiermark bis zu 2.500 Personen, die älter als 50 Jahre und mehr als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden sollen.

"Gerade diese Zielgruppe ist es ja, die vom derzeitigen Wirtschaftsaufschwung bisher leider nicht in dem Ausmaß profitieren konnte wie alle anderen, die mittlerweile wieder einen Arbeitsplatz gefunden haben. Gerade deshalb ist die Aktion 20.000 ja auch auf Initiative der SPÖ ins Leben gerufen worden. Nun nimmt man diesen Menschen auch noch diesen letzten Strohhalm - aus meiner Sicht ein übler Verrat an Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht", kritisiert Kampus.

„Wir fordern die Bundesregierung und die steirischen FPÖ- und ÖVP- Ministerinnen und -Minister auf, die Abschaffung für die sinnvolle Beschäftigungsmaßnahmen noch einmal zu überdenken. Besonders viele arbeitssuchenden Steirerinnen und Steirer in unseren Regionen wie eben Deutschlandsberg und Voitsberg sind darauf angewiesen. Es ist noch nicht zu spät", so Schickhofer und Kampus abschließend.

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