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Grundversorgung von AsylwerberInnen

Wie viele Menschen sind auf der Flucht?

Die UNO berichtet, dass derzeit ungefähr 65 Millionen Menschen auf der Flucht sind. So viele Menschen waren noch nie auf der Flucht.

Im Verhältnis zur Größe der Bevölkerung hat der Libanon die meisten Flüchtlinge aufgenommen.

In absoluten Zahlen sind die meisten Flüchtlinge in Pakistan, im Iran, im Libanon, in Jordanien und in der Türkei. Das heißt: 4 von 5 Flüchtlingen leben in den ärmsten Ländern Afrikas und Asiens.

Wie viele Menschen sind in Österreich in der Grundversorgung?

Österreich hat vor 60 Jahren die Genfer Flüchtlingskonvention unterschrieben. Damit haben wir uns zur Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen verpflichtet.
Im Sommer 2017 waren ungefähr  67.000 Asylwerberinnen und Asylwerber in Österreich in Grundversorgung.

Wie werden Flüchtlinge in Österreich verteilt?

Flüchtlinge werden in Österreich auf die Bundesländer verteilt. Je nachdem, wie viele Einwohnerinnen und Einwohner ein Bundesland hat, ist die Zahl der Flüchtlinge. Die Steiermark muss derzeit also 14,18 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen, die in ganz Österreich registriert sind.

Derzeit leben ungefähr 8.000 Flüchtlinge in der Steiermark.

Wenn Flüchtlinge in den Gemeinden untergebracht werden, achtet das Land Steiermark darauf, dass die Zahl der Flüchtlinge im Verhältnis zur Bevölkerung nicht zu hoch ist. Außerdem achtet das Land darauf, dass es zu möglichst wenigen Schwierigkeiten kommt.

Wie lange bleiben Flüchtlinge?

Normalerweise bleiben Asylwerberinnen und Asylwerber in ihren Quartieren, bis es eine Entscheidung über den Asylantrag gibt.

Wenn der Antrag anerkannt wird, bekommen Asylwerberinnen und Asylwerber einen „Konventionspass". Dann dürfen sie in der EU bleiben.

Wenn der Antrag nicht anerkannt wird, müssen sie innerhalb von 2 Wochen ausreisen.

Es kommt öfters vor, dass der Asylantrag einer Person nicht anerkannt wird, diese Person aber nicht in ihre Heimat zurück kann. Zum Beispiel, weil es im Heimatland die Gefahr von Folter oder unmenschlicher Behandlung gibt. Oder weil in diesem Land Krieg herrscht. Diese Personen dürfen unter Umständen als „subsidiär Schutzberechtigte" in Österreich bleiben.

Wer kann die Grundversorgung bekommen?

Die Grundversorgung bekommen nur Personen, die nicht genug Geld für den Lebensbedarf für sich und ihre Angehörigen haben. Sie dürfen auch von anderen Personen oder Einrichtungen nicht so viel Unterstützung bekommen, dass sie davon den Lebensbedarf decken können.

Folgende Personen können die Grundversorgung bekommen:

  • Asylwerberinnen und Asylwerber, solange das Asylverfahren läuft,
  • Asylberechtigte für die ersten 4 Monate nach der Entscheidung über den Asylantrag und
  • Personen, die Österreich nicht abschieben darf.

Was kostet die Grundversorgung?

Es gibt verschiedene Arten von Versorgung für Asylwerberinnen und Asylwerber. Die Kosten sind unterschiedlich.

Unterkünfte, die das Land Steiermark überprüft und mietet.
Betreuung durch die Quartiergeberin oder den Quartiergeber:

  • Vollversorgung:
    Die Unterkunft bekommt pro Person 19,- Euro am Tag. Dieses Geld ist für die Unterbringung und 3 Mahlzeiten am Tag.
    Die Asylwerberinnen und Asylwerber bekommen 40,- Euro im Monat
  • Teil-Selbstversorgung:
    Die Unterkunft bekommt pro Person 19,- Euro am Tag. Davon bekommen die Asylwerberinnen und Asylwerber 110,- Euro im Monat für die Selbstversorgung. Die Unterkunft stellt den Asylwerberinnen und Asylwerbern Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel zur Verfügung.
    Die Asylwerberinnen und Asylwerber bekommen 40,- Euro im Monat
  • Selbstversorgung:
    Die Unterkunft bekommt pro Person 12,- Euro am Tag für das Wohnen. Die Asylwerberinnen und Asylwerber bekommen 150,- Euro im Monat für die Selbstversorgung.

Wohnungen, die die Asylwerberinnen und Asylwerber selbst organisieren. Keine Betreuung durch die Quartiergeberin oder den Quartiergeber:

  • Privatwohnungen:
    Eine einzelne Person bekommt 120,- Euro im Monat für die Miete. Eine Familie bekommt für die Miete 240,- Euro im Monat.

Erwachsene bekommen pro Person 200,- Euro im Monat für die Verpflegung. Minderjährige unter 18 Jahren bekommen 90,- Euro im Monat.

Es gibt außerdem einige Leistungen, die alle Asylwerberinnen und Asylwerber bekommen, egal, welche Versorgung sie bekommen:

  • Krankenversicherung
  • Höchstens 150,- Euro im Jahr.
  • Höchstens 200,- Euro im Jahr.
  • Fahrtkosten für den Schulbesuch.

60 Prozent der Kosten für die Versorgung von Asylwerberinnen und Asylwerber bekommen die Länder vom Staat Österreich zurück.  

Die Länder bekommen 100 Prozent zurück, wenn das Asylverfahren länger als 12 Monate dauert.

Bekommen Asylwerberinnen und Asylwerber Betreuung?

Wenn Asylwerberinnen und Asylwerber in Unterkünften leben, die das Land Steiermark organisiert, bekommen Betreuung durch die Quartiergeberin oder den Quartiergeber.

Außerdem gibt es zusätzlich Betreuung durch die Caritas. Die Caritas hat dafür einen Vertrag mit dem Land Steiermark. Sie ist die Ansprechpartnerin für

  • Asylwerberinnen und Asylwerber
  • Quartiergeberinnen und Quartiergeber
  • Gemeinden
  • Bürgerinnen und Bürger

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bekommen eine stärkere Betreuung, die zu ihrem Alter passt.

Kranke, pflegebedürftige Personen bekommen die Betreuung, die sie für die Krankheit oder Behinderung brauchen. Das gilt auch für Menschen, die sehr schlimme Erfahrungen gemacht haben.

Dürfen Flüchtlinge arbeiten?

Asylwerberinnen und Asylwerber dürfen nicht arbeiten, bis es eine Entscheidung über den Asylantrag gibt. Die Personen, die in Österreich Asyl bekommen, dürfen auch 3 Monate nach der Entscheidung nicht arbeiten. Danach dürfen sie bestimmte Arbeiten machen:

  • Eine festgelegte Anzahl an Asylwerberinnen und Asylwerbern darf Erntearbeit oder Saisonarbeit

Erntearbeit darf nicht länger als 6 Wochen dauern. Diese Zeit kann nicht verlängert werden.

Saisonarbeit darf 6 Monate dauern und kann verlängert werden.

  • Asylwerberinnen und Asylwerber dürfen Hilfstätigkeiten ausüben, die direkt mit Ihrer Unterkunft zu tun haben. Zum Beispiel Reinigung, Arbeiten in der Küche, Transporte oder kleinere Reparaturen.

Asylwerberinnen und Asylwerber dürfen außerdem Hilfstätigkeiten für den Staat Österreich, das Land oder eine Gemeinde machen. Zum Beispiel Landschaftspflege, Betreuung von Parkanlagen und Sportanlagen oder Unterstützung in der Verwaltung. Dafür bekommen sie ein kleine Geldsumme, den „Anerkennungsbeitrag". Dieses Geld gilt nicht als Entgelt. Davon bezahlen die Asylwerberinnen und Asylwerber deshalb keine Steuer und keine Sozialversicherung.

  • Seit April 2017 dürfen Asylwerberinnen und Asylwerber nach 3 Monaten in Österreich Tätigkeiten machen, die mit dem Dienstleistungsscheck bezahlt werden. Zum Beispiel Gartenarbeit, Hilfe im Haushalt oder Babysitten. Genaue Informationen dazu finden Sie im Internet auf Externe Verknüpfung help.gv.at
  • Asylwerberinnen und Asylwerber unter 25 Jahren dürfen eine Lehre machen, wenn sich für diese Lehrstelle keine Österreicherin oder kein Österreicher interessiert.

Für alle diese Arbeiten gilt: Wenn die Asylwerberin oder der Asylwerber mehr als 110,- Euro im Monat verdient, bekommt diese Person weniger Grundversorgung.

Genaue Informationen über die Beschäftigung von Asylwerberinnen und Asylwerbern finden Sie im Internet: Externe Verknüpfung Leitfaden Gemeinnützige Beschäftigung für AsylwerberInnen

Außerdem bekommen Sie Informationen dazu im Referat für Flüchtlingsangelegenheiten.
Telefon: 0316-877-3570.

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