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´Menschen finden eine Arbeit´

Gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt

Foto vlnr: Otmar Pfeifer, Herta Kindermann-Wlasak, Kurt Flecker und Elke Edlinger 
Foto vlnr: Otmar Pfeifer, Herta Kindermann-Wlasak, Kurt Flecker und Elke EdlingerFoto vlnr: Otmar Pfeifer, Herta Kindermann-Wlasak, Kurt Flecker und Elke Edlinger
 

„Die Finanzkrise trifft die Ärmsten am härtesten, die Politik ist daher dringend aufgefordert, neben Investitionen in die Wirtschaft auch das soziale Netz enger zu knüpfen. Im Beschäftigungsprojekt ´Menschen finden eine Arbeit´ vom Verein ERfA bekommen Langzeitarbeitslose eine neue Chance auf Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Durch die Integration in einen geregelten Arbeitsprozess werden sie vom Rand der Gesellschaft wieder zu deren integrativen TeilnehmerInnen", sagt LH-Stv Kurt Flecker. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es besonders wichtig, auch Menschen mit geringen Chancen auf Beschäftigung den Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen."

Das Projekt „Menschen finden eine Arbeit", gefördert vom AMS Steiermark, dem Land Steiermark und der Stadt Graz, läuft seit dem Vorjahr mit dem Ziel, vorwiegend niederschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten für langzeitbeschäftigungslose Menschen zu schaffen. Der Verein ERfA - Erfahrung für Alle - ist mit der organisatorischen und inhaltlichen Abwicklung dieses Projektes betraut. Langzeitarbeitslose Menschen bekommen nach einem ganzheitlichen Clearing die Chance, durch geförderte Transitarbeitsverhältnisse dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt wieder näher zu kommen.
Sozialreferent LH-Stv. Kurt Flecker: „Erwerbstätigkeit ist sowohl die Basis des wirtschaftlichen Auskommens, als auch sozialer Anerkennung und eigener Identität. Der Beweis der eigenen Fähigkeiten dient nicht zuletzt dem Selbstbewusstsein. Deshalb darf auch die geplante Bedarfsorientierte Mindestsicherung nicht zur einfachen Aussteuer werden. Jene die arbeitsfähig sind, müssen durch gezielte Maßnahmen konsequent an die Erwerbstätigkeit heran geführt werden."

Durch die Bereitstellung von Transitarbeitsplätzen ist die Stadt Graz eine wichtige Projektpartnerin. Sozialstadträtin Elke Edlinger: „Es gibt viele Menschen, die sich aufgrund ihrer gesundheitlichen oder sozialen Situation schwer tun, am Arbeitsmarkt selbstständig Fuß zu fassen. Für diese Personengruppe müssen - gerade jetzt - verstärkt besondere Unterstützungsangebote angeboten werden. Die Bedingungen in einem gemeinnützigen Beschäftigungsprojekt sind mit jenen in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes vergleichbar. Die Arbeit vermittelt den so Beschäftigten auch das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden und etwas sinnvolles zu leisten, dies trägt auch zu einem hohen Zufriedenheitsgrad der ProjektteilnehmerInnen bei." Die Beschäftigungsbereiche gestalten sich ganz unterschiedlich und reichen von der Sozialwerkstätte Verein ERfA, die sich mit Recycling, Reparaturen und Zustelldiensten beschäftigt, über die haushaltsnahen Dienste - mobiler Heimservice hin zum Bereich Grünraum, Umweltpflege und Flurreinigung.

Herta Kindermann-Wlasak, Stv. Geschäftsführerin des AMS-Steiermark: „Das ERfA-Projekt „Menschen finden Arbeit" wurde Anfang Juni 2008 in Kooperation mit dem Magistrat Graz gestartet. Allein 2008 sind 315 Personen ins Projekt eingestiegen und fanden vorübergehende Anstellung. Die Zielgruppe umfasst Menschen, die ohne spezielle Förderung keine Chance auf beruflichen (Wieder)einstieg haben, Frauen und Männer ohne Berufsausbildung oder mit mangelnder Grundbildung, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Menschen in problematischen Lebensverhältnissen verbunden mit sozialen Schwierigkeiten. Im ersten Jahr konnten rund 30 Prozent der TeilnehmerInnen in langfristige Beschäftigungsverhältnisse aufgenommen werden."

Allein im Arbeitsmarktbezirk Graz umfasst die Gruppe der Langzeitbeschäftigungslosen über 2000 Personen. In der gesamten Steiermark sind es rund 4600 Personen.

Otmar Pfeifer, Projektleiter ERfA: „Bevor die TeilnehmerInnen des Projekts ´Menschen finden eine Arbeit´ ein Arbeitsverhältnis beginnen, wird hier ihre Problemlage analysiert. Danach helfen wir bei Bedarf bei der Beseitigung der Hürden, meist handelt es sich um Schulden, Suchtproblematik, psychosoziale Belastung bis zu mangelnder Mobilität und Flexibilität. Von uns angebotene Transitarbeitsplätze sollen den Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt erleichtern. Das ERfA Projekt wird im Jahr 2009 rund 600 Menschen betreuen. Nach der Erstabklärung arbeiten die Menschen zwischen sechs und zehn Wochen als Transitarbeitskräfte. Dieses ´training on the job´ und intensive soziale Betreuung helfen, um am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Die Stärkung der Persönlichkeit ist ein arbeitstherapeutisches Ziel der gesamten Maßnahme."

 
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